The Sorrows of Young Werther/Die Leiden des jungen Werther: A Dual-Language Book

The Sorrows of Young Werther/Die Leiden des jungen Werther: A Dual-Language Book

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Overview

An overnight sensation upon its 1774 publication, The Sorrows of Young Werther became one of the first European best-sellers and secured its young author both fortune and fame. Loosely based on Goethe's personal experiences, the novel is written mostly in the form of letters in which Werther recounts his unrequited love for a married woman. Its Sturm und Drang style, portraying the rebellion of youthful genius against conventional standards, makes it a perennial favorite with readers of every era. Includes the original German with English translation on the facing pages.

Product Details

ISBN-13: 9780486433639
Publisher: Dover Publications
Publication date: 06/04/2004
Series: Dover Dual Language German Series
Edition description: Bilingual
Pages: 240
Sales rank: 853,338
Product dimensions: 5.50(w) x 8.50(h) x (d)

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The Sorrows of Young Werther Die Leiden des jungen Werther

A Dual-Language Book


By JOHANN WOLFGANG VON GOETHE, STANLEY APPELBAUM

Dover Publications, Inc.

Copyright © 2004 Dover Publishing, Inc.
All rights reserved.
ISBN: 978-0-486-12041-6



CHAPTER 1

Am 4. Mai 1771.

Wie froh bin ich, daß ich weg bin! Bester Freund, was ist das Herz des Menschen! Dich zu verlassen, den ich so liebe, von dem ich unzertrennlich war, und froh zu sein! Ich weiß, du verzeihst mirs. Waren nicht meine übrigen Verbindungen recht ausgesucht vom Schicksal, um ein Herz wie das meine zu ängstigen? Die arme Leonore! Und doch war ich unschuldig. Konnt ich dafür, daß, während die eigensinnigen Reize ihrer Schwester mir eine angenehme Unterhaltung verschafften, daß eine Leidenschaft in dem armen Herzen sich bildete! Und doch – bin ich ganz unschuldig? Hab ich nicht ihre Empfindungen genährt? hab ich mich nicht an den ganz wahren Ausdrücken der Natur, die uns so oft zu lachen machten, so wenig lächerlich sie waren, selbst ergötzt, hab ich nicht – O was ist der Mensch, daß er über sich klagen darf! Ich will, lieber Freund, ich verspreche dirs, ich will mich bessern, will nicht mehr ein bißchen Übel, das uns das Schicksal vorlegt, wiederkäuen, wie ichs immer getan habe; ich will das Gegenwärtige genießen, und das Vergangene soll mir vergangen sein. Gewiß, du hast recht, Bester, der Schmerzen wären minder unter den Menschen, wenn sie nicht – Gott weiß, warum sie so gemacht sind – mit so viel Emsigkeit der Einbildungskraft sich beschäftigten, die Erinnerungen des vergangenen Übels zurückzurufen, eher als eine gleichgültige Gegenwart zu ertragen.

Du bist so gut, meiner Mutter zu sagen, daß ich ihr Geschäft bestens betreiben und ihr ehstens Nachricht davon geben werde. Ich habe meine Tante gesprochen und bei weitem das böse Weib nicht gefunden, das man bei uns aus ihr macht. Sie ist eine muntere, heftige Frau von dem besten Herzen. Ich erklärte ihr meiner Mutter Beschwerden über den zurückgehaltenen Erbschaftsanteil; sie sagte mir ihre Gründe, Ursachen und die Bedingungen, unter welchen sie bereit wäre, alles herauszugeben, und mehr als wir verlangten–Kurz, ich mag jetzt nichts davon schreiben; sage meiner Mutter, es werde alles gut gehen. Und ich habe, mein Lieber, wieder bei diesem kleinen Geschäft gefunden, daß Mißverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiß seltener.

Übrigens befinde ich mich hier gar wohl, die Einsamkeit ist meinem Herzen köstlicher Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und diese Jahrszeit der Jugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Maikäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können.

Die Stadt selbst ist unangenehm, dagegen ringsumher eine unaussprechliche Schönheit der Natur. Das bewog den verstorbenen Grafen von M ..., seinen Garten auf einem der Hügel anzulegen, die mit der schönsten Mannigfaltigkeit sich kreuzen und die lieblichsten Täler bilden. Der Garten ist einfach, und man fühlt gleich bei dem Eintritte, daß nicht ein wissenschaftlicher Gärtner, sondern ein fühlendes Herz den Plan gezeichnet, das seiner selbst hier genießen wollte. Schon manche Träne hab ich dem Abgeschiedenen in dem verfallenen Kabinettchen geweint, das sein Lieblingsplätzchen war und auch meines ist. Bald werde ich Herr vom Garten sein; der Gärtner ist mir zugetan, nur seit den paar Tagen, und er wird sich nicht übel dabei befinden.


Am 10. Mai.

Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, ich dann im hohen Grase am fallenden Bache liege und näher an der Erde tausend mannigfaltige Gräschen mir merkwürdig werden; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des All-liebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält; mein Freund! wenns dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn wie die Gestalt einer Geliebten – dann sehne ich mich oft und denke: ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt; daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes! – Mein Freund – Aber ich gehe darüber zugrunde, ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen.


Am 12. Mai.

Ich weiß nicht, ob täuschende Geister um diese Gegend schweben, oder ob die warme himmlische Phantasie in meinem Herzen ist, die mir alles ringsumher so paradiesisch macht. Da ist gleich vor dem Orte ein Brunnen, ein Brunnen, an den ich gebannt bin wie Melusine mit ihren Schwestern. – Du gehst einen kleinen Hügel hinunter und findest dich vor einem Gewölbe, da wohl zwanzig Stufen hinabgehen, wo unten das klarste Wasser aus Marmorfelsen quillt. Die kleine Mauer, die oben umher die Einfassung macht, die hohen Bäume, die den Platz ringsumher bedecken, die Kühle des Ortes: das hat alles so was Anzügliches, was Schauerliches. Es vergeht kein Tag, daß ich nicht eine Stunde da sitze. Da kommen dann die Mädchen aus der Stadt und holen Wasser, das harmloseste Geschäft und das nötigste, das ehemals die Töchter der Könige selbst verrichteten. Wenn ich da sitze, so lebt die patriarchalische Idee so lebhaft um mich, wie sie alle, die Altväter, am Brunnen Bekanntschaft machen und freien, und wie um die Brunnen und Quellen wohltätige Geister schweben. O der muß nie nach einer schweren Sommertagswanderung sich an des Brunnens Kühle gelabt haben, der das nicht mitempfinden kann.

Du fragst, ob du mir meine Bücher schicken sollst? – Lieber, ich bitte dich um Gottes willen, laß mir sie vom Halse! Ich will nicht mehr geleitet, ermuntert, angefeuert sein, braust dieses Herz doch genug aus sich selbst; ich brauche Wiegengesang, und den habe ich in seiner Fülle gefunden in meinem Homer. Wie oft lull ich mein empörtes Blut zur Ruhe, denn so ungleich, so unstet hast du nichts gesehen als dieses Herz. Lieber! brauch ich dir das zu sagen, der du so oft die Last getragen hast, mich vom Kummer zur Ausschweifung, und von süßer Melancholie zur verderblichen Leidenschaft übergehen zu sehen? Auch halte ich mein Herzchen wie ein krankes Kind; jeder Wille wird ihm gestattet. Sage das nicht weiter; es gibt Leute, die mir es verübeln würden.


Am 15. Mai.

Die geringen Leute des Ortes kennen mich schon und lieben mich, besonders die Kinder. Wie ich im Anfange mich zu ihnen gesellte, sie freundschaftlich fragte über dies und das, glaubten einige, ich wollte ihrer spotten, und fertigten mich wohl gar grob ab. Ich ließ mich das nicht verdrießen; nur fühlte ich, was ich schon oft bemerkt habe, auf das lebhafteste: Leute von einigem Stande werden sich immer in kalter Entfernung vom gemeinen Volke halten, als glaubten sie durch Annäherung zu verlieren; und dann gibts Flüchtlinge und üble Spaßvögel, die sich herabzulassen scheinen, um ihren Übermut dem armen Volke desto empfindlicher zu machen.

Ich weiß wohl, daß wir nicht gleich sind, noch sein können; aber ich halte dafür, daß der, der nötig zu haben glaubt, vom sogenannten Pöbel sich zu entfernen, um den Respekt zu erhalten, ebenso tadelhaft ist als ein Feiger, der sich vor seinem Feinde verbirgt, weil er zu unterliegen fürchtet.

Letzthin kam ich zum Brunnen, und fand ein junges Dienstmädchen, das ihr Gefäß auf die unterste Treppe gesetzt hatte und sich umsah, ob keine Kamerädin kommen wollte, ihr es auf den Kopf zu helfen. Ich stieg hinunter und sah sie an.–Soll ich Ihr helfen, Jungfer? sagte ich.–Sie ward rot über und über.–O nein, Herr! sagte sie.–Ohne Umstände!–Sie legte ihren Kringen zurecht, und ich half ihr. Sie dankte und stieg hinauf.


May 4, 1771

How glad I am to have come away! Best of friends, what the human heart is like! To leave you behind, you whom I love so much, from whom I was inseparable, and to be glad! I know you'll forgive me. Weren't all my other connections as if precisely chosen by fate to oppress a heart such as mine? Poor Leonore! And yet I was blameless. Was it my fault if a passion developed in my poor heart while her sister's willful charms created a pleasing diversion for me? And yet—am I completely blameless? Didn't I encourage her feelings? Didn't I myself take delight in the quite genuine utterances of nature, which made us laugh so often, though they were so far from laughable? Didn't I— Oh, what is man, that he should complain about himself? Dear friend, I promise you, I will, I will improve; no longer will I endlessly ruminate over some trifling woe that fate presents to us, as I've always done; I shall enjoy the present moment, and let bygones be bygones. You're certainly right, good friend, people would have fewer sorrows if they didn't (God knows why they're made that way!), if they didn't occupy themselves, with such great diligence of their imagination, in recalling the woes of the past instead of putting up with their neutral present.

Be so kind as to tell my mother that I shall carry out her errand to the best of my ability, and report to her about it very soon. I've spoken with my aunt, who is far from being the evil woman she's considered to be in my household. She's a lively, high-spirited lady with the kindest heart. I put before her my mother's complaints about the share of the inheritance which she has held back; she told me her reasons, the causes, and the conditions on which she'd be ready to hand everything over, even more than we were asking for—. In short, I don't feel like writing about it now; tell my mother it will all work out. And, dear friend, in this transaction I have found once again that misunderstandings and inertia may cause more confusion in the world than cunning and malice do. At least, the latter two are certainly rarer.

For the rest, I feel quite comfortable here; solitude is a precious balm to my heart in this heavenly region, and this season of youth thoroughly warms my often shuddering heart. Every tree, every hedge is a bouquet of blossom, and I'd like to become a junebug so I could float around in this sea of fragrances and find all my nourishment in it.

The town itself is unpleasant, but on the other hand, the natural features all around it are indescribably beautiful. That induced the late Count von M—— to lay out his garden on one of the hills that intersect one another with the loveliest variety, forming the most charming valleys. The garden is simple, and as soon as you enter it you feel that its plan was traced not by some scientific garden designer, but by a sensitive heart which wanted to enjoy its own self here. I have already shed many a tear in honor of the departed count in the dilapidated little pavilion which was his favorite spot, and is now mine as well. Soon I shall be master of the garden; the gardener is fond of me, though I've been here only a couple of days, and he won't find himself the worse off for it.


May 10

A peculiar serenity has taken over my whole soul, like the sweet spring mornings that I enjoy with all my heart. I'm alone and I take joy in my life in this region, which was just made for souls like mine. I'm so happy, dear friend, so deeply immersed in the feeling of a tranquil existence, that my art is suffering from it. Right now I couldn't do any drawing, not even a stroke, but I've never been a greater painter than in these moments. When the dear valley's vapors rise around me, and the sun, high in the sky, reposes on the surface of my forest's impenetrable darkness, while only a few beams steal into the innermost sanctum, and when I then lie in the tall grass by the plunging brook and, closer to the ground, a thousand different grasses attract my attention; when I feel, closer to my heart, the swarming microcosm between their blades, the innumerable, unfathomable forms of the grubs and gnats; and when I feel the presence of the Almighty, who created us in his image, the motion of the All-Loving One, who bears us aloft in eternal rapture and sustains us; my friend, when dusk then falls before my eyes, and the world around me, and the sky, repose totally in my soul like the form of a beloved woman—then I often feel a yearning, and I think: oh, if you could only reproduce this, if you could breathe onto the paper that which lives within you with such fullness and warmth, so that it might become the mirror of your soul, just as your soul is the mirror of eternal God!— My friend— But these thoughts are killing me, I'm succumbing to the power of the splendor of these phenomena.


May 12

I don't know whether deceptive spirits hover over this region, or whether it's the warm, heavenly imagination in my heart that makes everything around me so much like Paradise. Among other things, right outside my place there's a fountain, a fountain to which I'm spellbound like Melusine and her sister water nymphs.—You walk down a low hill and you find yourself in front of a stone vault, where about twenty steps lead down to a place where the clearest water emerges from blocks of marble. The low wall that encloses the fountain at the top, the tall trees that shade the spot all around, the coolness of the place: all of that is somehow alluring and deliciously thrilling. Not a day goes by when I don't sit there for an hour. Then the girls come from town to fetch water, the most innocent occupation and the most necessary, one that kings' daughters performed personally in olden days. When I sit there, the notion of the time of the Patriarchs revives in me with such force: how all of those men of yore used to make one another's acquaintance and woo at a well, and how beneficent spirits hovered around wells and springs. Oh, a man who can't share those feelings must never have refreshed himself at a cool well after a hard journey on a summer's day!


May 13

You ask whether you should send me my books.—Dear friend, I beg you for God's sake not to saddle me with them! I don't want to be guided, encouraged, or inspired any more; my heart is sufficiently active on its own; I need lullabies, and I've found them in abundance in my Homer. How often I croon my overexcited blood to rest (for you've never seen anything as changeable and unsteady as my heart)! Dear friend, do I need to tell you this, when you've so often borne the burden of watching me shift from grief to reckless dreams, from sweet melancholy to disastrous passion? Besides, I treat my heart like a sick child; I let it have anything it wants. Don't let that get around; there are people who'd hold it against me.


May 15

The local people of humble degree already know and love me, especially the children. When I first approached them, asking friendly questions about this and that, a few of them thought I wanted to make fun of them, and gave me some quite rude answers. I didn't let that bother me; I merely felt, and quite keenly, what I've often noticed before: people of some station in life will always maintain a cool distance from the common people, as if they thought they'd lose something by the contact; and then there are superficial types and sorry jokers who pretend to condescend, in order to make the poor commoners more acutely aware of their arrogance.

I know quite well that we aren't equal, and can't be; but, on the other hand, I consider that a man who feels it necessary to shun the so-called riffraff, in order to retain their respect, is just as blameworthy as a coward who hides from his enemy out of fear of being defeated.

Recently I visited the fountain and found a young servant girl who had set down her pitcher on the lowest step and was looking around to see whether some companion might arrive and help her hoist it onto her head. I walked down and looked at her. "May I help you, miss?" I asked. She blushed all over her face. "Oh, no, sir!" she said. "Don't make a fuss!" She arranged the carrying pad on her head, and I aided her. She thanked me and climbed up.


(Continues...)

Excerpted from The Sorrows of Young Werther Die Leiden des jungen Werther by JOHANN WOLFGANG VON GOETHE, STANLEY APPELBAUM. Copyright © 2004 Dover Publishing, Inc.. Excerpted by permission of Dover Publications, Inc..
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Table of Contents

Contents

Introduction,
Die Leiden des jungen Werther / The Sorrows of Young Werther,
Erstes Buch / Book One,
Zweites Buch / Book Two,
Appendix One: Poem Written by Goethe for a 1775 Printing,
Appendix Two: Original English Text of the Principal Ossian Passage,

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