My Story. Streng geheim: Zwölf Rosen für ein Herz

My Story. Streng geheim: Zwölf Rosen für ein Herz

by Julia Jenner

NOOK Book(eBook)

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Overview

Vom Aschenputtel zur Rosenkönigin! Wenn Annette von Dominik träumt, leuchtet alles in rosarot und es gibt zuckersüße Küsse samt Happyend. Aber wieso sollte sich einer wie Dominik ausgerechnet für sie, die pummelige Brillenschlange, interessieren? Da liegt am Valentinstag ein Strauß roter Rosen auf Annettes Stuhl. Von Dominik, hofft Annette vorsichtig und bedankt sich bei ihrem Schwarm. Das Problem: Julia, Annettes beste Freundin, hat die Sache mit den Rosen eingefädelt. Prompt beginnt ein peinlicher Spießroutenlauf für Annette. Doch wer nichts mehr zu verlieren hat, kann eigentlich nur gewinnen, oder? Und in diesem Fall ist das ein echter Rosenkavalier…

Product Details

ISBN-13: 9783641038601
Publisher: cbj
Publication date: 04/26/2010
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 192
File size: 313 KB
Age Range: 11 Years

About the Author

Julia Jenner ist im Rheinland aufgewachsen und hat anschließend in Berlin, New York, Köln und Finnland gelebt. Seit 1996 schreibt sie Drehbücher, darunter für Fernsehserien wie "Berlin Berlin", "Nikola" und "Verbotene Liebe". 2003 zog sie aus Abenteuerlust für sieben Jahre nach Helsinki. Jetzt wohnt sie mit ihrer Familie in Berlin. "Zwölf Rosen für ein Herz" ist ihr erster Jugendroman.

Read an Excerpt

An einem trüben Februarmorgen lag ich im Bett und wartete darauf, dass mein Wecker klingelte. Bekloppt, ich weiß. Ein normaler Mensch liegt im Bett und schläft, bis der Wecker klingelt. Aber ich werde fast jeden Morgen schon vor dem Weckerklingeln wach und liege dann blöd im Bett rum, zu schlapp zum Aufstehen, aber zu wach zum Weiterschlafen. Und wenn der Wecker dann wirklich klingelt, dann überfällt mich im selben Augenblick eine wahnsinnige Müdigkeit und ich muss unbedingt noch ein bisschen weiterschlummern. Keine effiziente Methode, den Tag zu beginnen, aber so läuft es nun mal.
Uh! Da ging's los: Mein Wecker piepte, brutal und durchdringend. Von wegen klingeln! Moderne Wecker klingeln ja nicht, sondern piepen, dass einem vor Schreck das Trommelfell schrumpft. Schnell gab ich dem Wecker eins über den Latz. Aaahh! Ruhe! Wunderbare Ruhe ... Und gleich setzte auch die übliche Schläfrigkeit ein. Noch ein bisschen weiterdösen ... Nun genoss ich die schöne Eigenschaft meines Weckers: die Snooze-Funktion, also die automatische Weckwiederholung alle fünf Minuten. Ich kuschelte mich noch mal extra tief in die Kissen. Um den vorhin unterbrochenen Traum zu Ende zu träumen. Worum ging's da noch gerade? Irgendwas mit einem total süßen Hund, einem Golden Retriever ...
Aber wie das so ist mit unterbrochenen Träumen, ich kriegte irgendwie keinen Anschluss mehr. Also beschloss ich, stattdessen meinen Lieblings-schönen-Traum zu träumen: »Ich und Dominik kommen zusammen.«
Dazu muss man wissen: Dominik ist der wunderbarste Junge an unserer Schule. Weiche, goldblonde Haare, freundlich, sportlich, süß, kommt mit allen klar, Mittelstufensprecher ... Und leider absolut nicht meine Liga. Also wenn einer unerreichbar ist für eine wie mich, dann ist das Dominik. Denn ich bin eine zu kurz geratene, pummelige Achtklässlerin, meine Haare sind nicht gold-, sondern haferbreiblond und dazu störrisch, ich bin weder freundlich noch sportlich noch süß, dafür aber dick bebrillt, ich komme nicht mit allen klar und ich bin auch nicht cool, schick oder witzig, dazu eine halbe Streberin mit peinlich guten Noten. Im Hinblick auf Dominik also ein klarer Fall von Game over.
Wirklich, Dominik und Annette, das passt zusammen wie weißer Tiger und nasse Katze. Wie stolzer Schwan und Donald Duck. Wie prächtiger Adler und pappiges Grillhähnchen. Aber darf ein Mädchen träumen? Es darf! Solange es niemand weiß, und zum Glück weiß ja niemand von meiner geheimen Obsession. Niemand außer meiner besten Freundin Pia. Und selbst die würde umfallen und »Kitschalarm!« brüllen, wenn sie wüsste, was ich mir da im Halbschlaf ausmale ...
Also ... Dominik und ich stehen in der Schlange vor dem Kiosk neben unserer Schule. Wenn viel los ist, arbeiten dort zwei Verkäufer, sodass sich zwei Schlangen bilden und wir nebeneinander stehen. Allein das ist schon soo schön! Dominik greift nach einem Schokoriegel. Und wie von einer höheren Macht gelenkt, greife ich nach demselben Riegel. Unsere Hände berühren sich und ich kriege fast einen Blitzschlag davon. Im Ernst, das ging mir durch bis in die Füße und ich dachte, mir schmelzen die Schuhsohlen! Bis hierher ist mein Lieblings-schöner-Traum sogar wahr. Genauso war es passiert, vor anderthalb Jahren am Kiosk.
Die Wirklichkeit ging dann leider extrem dämlich weiter: Dominik zog seine Hand zurück und sagte ganz locker und freundlich: »Oh sorry, wolltest du den Schokoriegel?« Dann nahm er sich genauso locker einen anderen, bezahlte und ging. Und ich stand da wie Olga Oberdoof, völlig reglos, als wären meine Schuhsohlen wirklich mit dem Asphalt verschmolzen. Und klar, in so einem Moment kommt natürlich unsere Klassentusse Nina vorbei und meinte in ihrer typisch verzickten Art: »Na Annette, biste angewachsen?« Wenn die gewusst hätte, wie nah sie an der Realität dran war!
Klarer Fall, dass das Ende dieser Geschichte dringend umgeschrieben werden musste. Und so schuf ich an diesem Morgen folgende Version:
Auch Dominik trifft es wie der Blitz, als unsere Hände sich berühren. Er wendet sich mir zu, sieht mich an, nimmt meine Hand - neuer Blitz! - und sagt ganz leise: »Annette ...« Dann zieht er mich vom Kiosk weg, hin zu der Rosenhecke des kleinen Parks ganz in der Nähe. Dort steht eine Bank, wir setzen uns. Dominik rückt noch ein bisschen näher, legt seinen Arm ganz sanft um meine Schulter, wir sehen uns ganz tief in die Au.
»Aufstehen, Nettchen!« Reflexartig haute ich wieder auf den Wecker. Aber der war's gar nicht. Diesmal war es meine Mutter. So früh am Morgen ließ auch ihre Stimme mein Trommelfell schrumpfen. Nur haben Mütter leider keine Snooze-Funktion.
Statt einer Antwort brachte ich nur ein Grunzen zustande. Das ist manchmal eh die beste Art, mit meiner Mutter zu kommunizieren, vor allem wenn sie gar keine Antwort erwartet, sondern lieber selber reden will. Heute Morgen hörte sich das so an: »Aufstehen, Kind! Los! Du hast 39 Minuten und du musst duschen, dich anziehen und dich zurechtmachen!«
Ich mache mich nie zurecht, und das weiß sie auch genau, aber meine Mutter ist eine von der hartnäckigen Sorte. Sie gibt nicht so leicht auf und hofft seit 13 Jahren, dass ich irgendwann doch noch ein »richtiges« Mädchen werde. Eins, das sich zurechtmacht.
Falls jetzt jemandem aufgefallen ist, dass meine Mutter gerade »duschen, anziehen, zurechtmachen«, aber nicht »und frühstücken« gesagt hat, der hat einen Kernpunkt unserer Mutter-Tochter-Konfliktsammlung getroffen. Meine Mutter findet mich nämlich zu dick. Das würde sie mir natürlich nie so direkt ins Gesicht sagen, sie will mich ja nicht fertigmachen, aber ich bekomme doch regelmäßig Dinge zu hören wie: »Fruchtsorbet ist doch viel leckerer als Vanilleeis!« - Ja, Mama, und die Erde ist eine Scheibe. - »Wenn man die Butter vom Brot weglässt, dann merkt man das gar nicht!« - Nö, die Stulle schmeckt dann nur nicht. - »Soll ich dich mal beim Wasserball anmelden?« - Sie hat in einem Zeitungsartikel gelesen, dass Wasserball besonders viele Kalorien verbrennt.
Das Schlimmste an der Dick-Debatte ist: Sie hat recht. Ich bin nicht dünn. Ich bin stämmig. Schon als kleines Mädchen war ich eher der stabile Typ.

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