Geisterpfade: Roman

Geisterpfade: Roman

by Celine Kiernan, Astrid Finke

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Overview

Celine Kiernan schreibt Fantasy, die verzaubert In einer Welt, in der Magie Teil des täglichen Lebens ist ... einer Welt, in der Eulen, Katzen und Wölfe Geheimnisse ausplaudern ... einer Welt, in der dunkle Mächte nach der Herrschaft greifen ... ist ein junges Mädchen die einzige Hoffnung. Die faszinierende Fantasy-Saga aus Irland – Celine Kiernan schreibt so episch wie Christopher Paolini und so zauberhaft wie Michael Ende. Seitdem Wynter den Hof König Jonathons unentdeckt verlassen konnte, um nach dem verstoßenen Kronprinzen Alberon zu suchen, ist sie auf sich allein gestellt. Ohne Schutz reist sie durch die Wälder und begreift bald: Sie ist nicht die Einzige, die sich auf die Suche nach Alberon gemacht hat. Alle, die sich in den letzten Jahren gegen König Jonathon gestellt haben, scheinen Abgesandte geschickt zu haben, die den rebellischen Königssohn finden sollen. Und so ist Wynter überglücklich, als sie – mitten unter Feinden – auf ihre Freunde und Verbündeten Razi und Christopher stößt. Doch alten Freunden folgen alte Gegner, und es dauert nicht lange, bis die drei den Loups-Garous, den berüchtigten Wölfen, gegenüberstehen. Die einzige Rettung versprechen sie sich von Christophers Volk, den geheimnisvollen Merronern, doch die verfolgen offensichtlich andere Pläne … Mit Landkarte im Vorsatz.

Product Details

ISBN-13: 9783641046620
Publisher: Heyne Verlag
Publication date: 07/27/2010
Series: Die Moorehawke Trilogie , #2
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 516
File size: 997 KB

About the Author

Celine Kiernan, geboren und aufgewachsen in Dublin, hat lange Jahre in der Filmbranche gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihr Debütroman Schattenpfade, der Auftakt zu einer Fantasy-Trilogie, hat auf Anhieb international für Furore gesorgt. Celine Kiernan lebt mit ihrer Familie im County Cavan nördlich von Dublin.

Read an Excerpt

Wynter beugte sich tiefer über Ozkars Hals und senkte den Kopf, damit die dunkle Hutkrempe ihre Augen verbarg. Unruhig tänzelte der Hengst unter ihr und versuchte, sich rückwärts aus ihrem Versteck zu schieben. Er konnte Wynters Furcht spüren, und das flößte auch ihm Angst ein. Sie raunte Ozkar besänftigende Worte ins Ohr und streichelte ihm die Schulter, doch er schüttelte die Mähne, schnaubte und stampfte laut mit dem Huf auf.
Die Männer zwischen den Bäumen kamen näher. Angestrengt lauschte Wynter auf die Schritte ihrer Pferde, und als die Geräusche lauter wurden, zog sie sich vorsichtig weiter in die Deckung zurück. Sie konnte kaum fassen, wie leicht sich diese Reiter ihrer Aufmerksamkeit entzogen hatten. Der Wald war hier so dicht und dunkel, dass Wynter sie vielleicht überhaupt nicht bemerkt hätte, wären sie nicht so töricht gewesen, eine Pfeife anzuzünden, deren üppiges Tabakaroma sie vor ihnen gewarnt hatte. Bestürzt begriff Wynter, dass sie und diese Männer möglicherweise seit Tagen nebeneinanderher in die gleiche Richtung ritten, ohne einander wahrzunehmen, da die Pferde der Fremden den Klang von Ozkars Hufen aufhoben und umgekehrt.
Schon machte Wynter Anstalten, sich aufzurichten, um durch die Äste zu spähen, da ertönte ein leiser Pfiff von der Straße, und sie zog rasch den Kopf wieder ein. Ihr Herz pochte heftig. Die Männer verharrten einen Augenblick, dann pfiffen sie eine Antwortmelodie und trieben ihre Pferde zu Wynters Entsetzen durch das Dickicht genau auf sie zu.
Sie kamen beängstigend nahe — der Drang, den Kopf zu heben und einen Blick zu wagen, war beinahe unwiderstehlich. Doch schon eine einzige unbedachte Bewegung konnte sie verraten, also hielt sie die Augen fest geschlossen und rührte sich nicht. Langsam zogen die Fremden an ihr vorbei und lenkten ihre Pferde eine steile Böschung hinab außer Sicht.
Leise ließ Wynter Ozkar zur Seite treten, damit sie ihren Abstieg zur Straße beobachten konnte.
Die Köpfe der Männer befanden sich bereits weit unter ihr und wechselten gerade aus dem Schatten in den unbarmherzigen Sonnenschein. Auf der Straße angekommen, zügelten sie ihre Pferde und sahen erwartungsvoll in den gegenüberliegenden Wald. Wynter folgte ihrem Blick und kauerte sich unwillkürlich wieder zusammen, als sie vier weitere Reiter auf dem Abhang entdeckte. Sobald die Neuankömmlinge die Straße erreicht hatten, nahmen die beiden ersten Männer die dunklen Hüte ab und enthüllten ihre Gesichter: Es waren Comberer - ihre mit Harz eingeriebenen Haare und Bärte glitzerten in der Sonne. Misstrauisch blinzelten sie die vier von der anderen Seite an, und einer rief auf Südländisch, der in Jonathons Königreich gesprochenen Sprache: »So weit?«
Die Neuankömmlinge entgegneten: »Und noch nicht angekommen?«
Allgemeine Erleichterung machte sich breit, und Wynter prägte sich diese Losung und die vorausgegangenen Pfiffe ins Gedächtnis ein.
Nun fragte der kleinere der Comberer: »Ich nehme an, dass wir dieselbe Richtung haben?«
»Möglich ist alles«, gab einer der vier fremden Reiter ausweichend zurück. Dann entledigten sie sich ihrer Kopfbedeckungen, und Wynter überlief ein ängstlicher Schauer. Sie waren Haunardier! Krieger, der Unmenge schimmernder Waffen nach zu urteilen. Lautlos lehnte sie sich in ihrem Sattel vor, um besser sehen zu können. Noch nie war Wynter Haunardiern in Fleisch und Blut begegnet, doch ihre Wildheit und Verschlagenheit waren berüchtigt. Die schmalen, leicht schräg gestellten Augen waren schwarz wie die Nacht, und sie betrachteten die Comberer verächtlich, die honigfarbenen Mienen erfüllt von spöttischer Geringschätzung.
»Diese Männer hier möchten Euch in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass Ihr nicht allzu geschickt darin seid, Euch zu verbergen«, höhnte der Jüngste der vier. »Welcher Narr hat solch ein Verlangen nach einer Pfeife Tabaks?«
Die Comberer warfen einander einen kurzen Blick zu, dann schob sich der Größere allmählich wieder dichter an die Bäume heran, die Pfeife fest zwischen die Zähne geklemmt. »Bleibt Ihr einfach auf Eurer Straßenseite, dann braucht mein Rauch Euch nicht zu bekümmern«, erklärte er bestimmt.
Die Haunardier wirkten belustigt. Sie grinsten einander an und lenkten ihre Pferde gemächlich rückwärts zum Straßenrand.
Für Wynter war es eindeutig, dass diese Männer — wie sie selbst — im Geheimen unterwegs waren und zugunsten der Deckung des dichten Waldes auf die Bequemlichkeit der Straße verzichteten. Es kam ihr vor, als hätten die Haunardier die anderen nur angerufen, um sich über ihren Leichtsinn lustig zu machen.
Lachend sagte der Jüngste noch: »Wir hoffen inständig, dass es nicht Eure Listigkeit ist, die Ihr an der Tafel des Rebellenprinzen andienen wollt.«
Der Rebellenprinz?, dachte Wynter. Alberon! Ungläubig starrte sie die Männer unten auf der Straße an. Dann versammelst du also Verbündete um deine Tafel. Aber Gütiger, Alberon! Erst Comberer und nun Haunardier? Hast du den Verstand verloren?
Unten stichelte der junge Haunardier weiter, seine hämische Stimme wehte zu Wynter herauf. »Wir möchten in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass Ihr ebenso gut grölend mitten auf der Straße tanzen könntet, so unauffällig, wie Ihr Euch dort oben im Wald gebärdet habt.«
»Was Ihr nicht sagt«, knurrte der kleinere Comberer. »Und Euer feinfühliges Geschick als Unterhändler wird für den künftigen König von unschätzbarem Wert sein, wage ich zu behaupten. Schlaft wohl in den kommenden zwölf Nächten, Ihr Haun, und seid gewiss, wir werden dann Euch im Feldlager treffen.«
Noch im Sprechen begannen die Comberer, wieder bergan zu steigen, und Wynter trieb Ozkar leise zurück ins Zwielicht, während sie den zwischen den Zähnen hervorgestoßenen Abschiedsworten lauschte. Die Comberer machten sich durch die Bäume davon, Pfeifenrauch und unterdrücktes Murmeln wehte hinter ihnen her. Die Haunardier mussten wohl den gegenüberliegenden Abhang erklommen haben und dort mit dem Wald verschmolzen sein.
Wynter blieb, wo sie war, tief in Gedanken versunken. Unter ihr döste Ozkar wieder ein.
War es möglich, dass der König recht gehabt hatte? War es tatsächlich Alberons Absicht, die Krone zu stürzen? Bei der Vorstellung, dass Alberon ein Bündnis mit den Haunardiern oder auch mit den Comberern eingegangen sein könnte, lief es Wynter eiskalt den Rücken hinunter. Hatte er sich wahrhaftig gegen seinen Vater gestellt, mit gierigen Eroberern zur einen Seite und frömmlerischen Eiferern zur anderen? Was sollte dann aus dem Königreich werden, und welchen Empfang hatte Wynter von ihrem alten Freund zu erwarten, falls er sich wirklich seinem Vater entgegenzustemmen versuchte?


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