Dating you, hating you - Hoffnungslos verliebt: Liebesroman für alle Fans der Beautiful-Reihe

Dating you, hating you - Hoffnungslos verliebt: Liebesroman für alle Fans der Beautiful-Reihe

by Christina Lauren

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Overview

Als wäre das Leben als Schauspielagentin in Hollywood nicht schon stressig genug, muss Evie sich auch noch ausgerechnet in den attraktiven Carter verlieben. Denn nach einer heißen Nacht mit ihm erfährt sie, dass ihre Firmen fusionieren sollen - was sie zu erbitterten Konkurrenten macht. Liebe wird somit umgehend vom Speiseplan gestrichen - jetzt helfen nur noch gezielte Sabotageakte. Evie hat nicht umsonst so lange für ihre Karriere geschuftet: Jetzt ist Krieg! Aber jeden Tag wird ihre Sehnsucht nach Carters heißen Küssen stärker …Prall gefüllt mit Spaß, popkulturellen Referenzen und Neckereien, die einen einfach zum Grinsen bringen - die perfekte Liebesgeschichte fürs 21. Jahrhundert.« »Die perfekte Liebesgeschichte fürs 21. Jahrhundert.« Kirkus Kirkus Review, mit dem »Kirkus-Star« ausgezeichnet »Das grandiose Team hinter dem Namen Christina Lauren ist zurück - und in Topform! Ein unterhaltsamer, witziger und unerschrockener Roman über Liebe, Karriere und das Erwachsenwerden.« Romantic Times, Top Pick

Product Details

ISBN-13: 9783955767976
Publisher: MIRA Taschenbuch
Publication date: 08/01/2018
Sold by: Readbox
Format: NOOK Book
Pages: 416
File size: 2 MB

About the Author

Hinter Christina Lauren steht das Autorinnenduo Christina Hobbs und Lauren Billings. Beide sind bekennende Liebesroman-Fans und schreiben seit 2009 gemeinsam. Getrennt durch den US-Staat Nevada, telefonieren sie mehrmals täglich miteinander und sind sich einig, dass die allerschönste Nagellackfarbe Rubinrot ist. Wenn sie die Wahl hätten, würden sie nur eins tun: den ganzen Tag vom San Clemente Pier in Kalifornien aus aufs Meer blicken.

Read an Excerpt

CHAPTER 1

Evie

Der La Cienega Boulevard ist eine sich endlos dahinschlängelnde BetonHölle – aber gleichzeitig ein notwendiges Übel in dieser Stadt. Er durchzieht Los Angeles von Norden nach Süden und bildet eine gewaltige Hauptverkehrsader durch die sogenannte Thirty Mile Zone oder TMZ – eine geschichtsträchtige Gegend, in der all die alten, traditionsreichen Studios liegen.

In deren Blütezeit, bevor andere Städte begannen, die Filmcrews mit Steuervergünstigungen und anderen Anreizen an Originalschauplätze zu locken, wurden die meisten Kinohits hier gedreht. Obwohl dieser Teil von Los Angeles jahrzehntelang Dreh- und Angelpunkt zahlloser Millionen-Deals war, habe ich noch nie jemanden aus der Branche beiläufig »TMZ« ins Gespräch einwerfen hören, jedenfalls nicht in Bezug auf die geografische Lage der Studios. So wie ein Tourist, der durch San Francisco schlurft und die ganze Zeit von »Frisco« spricht, outet sich, wer heutzutage das Zentrum des Hollywood-Betriebs als TMZ bezeichnet, als auswärtiger Besucher, der zufällig über einen besonders detailverliebten Wikipedia-Eintrag gestolpert ist. Tatsächlich ist der Ausdruck mittlerweile so antiquiert, dass viele meiner Kollegen nicht mal mehr wissen, dass das populäre Online-Klatsch-Portal seinen Namen daher hat.

La Cienega sieht aus wie die meisten Straßen hier in Hollywood: gesäumt von Läden und Restaurants, die in seltsamen Winkeln errichtet und in jeden verfügbaren Quadratzentimeter gerammt wurden, und Palmen und Plakatwände, die in den grau verschleierten blauen Himmel ragen – und vollgestopft mit Autos, so weit das Auge reicht. Am nördlichen Ende findet sich der Stoff, aus dem die meisten Hollywood-Träume sind: Steile Hügel, die sich direkt aus dem Asphalt zu erheben scheinen, bilden den dramatischen Hintergrund für Milliarden-Dollar-Villen, die sich wie Tetrisblöcke in den Hängen verteilen und mit ihren glänzenden Fenstern und bewachten Zufahrten über dem Rest der Stadt thronen.

Ein Wahnsinns-Panorama, wenn man es sich leisten kann. Ich stehe allerdings, wie die meisten Leute hier in Los Angeles, mit beiden Füßen fest auf dem Boden der Tatsachen. Der einzige Ausblick, den mein Zuhause zu bieten hat, ist das Apartment gegenüber, in dem ein marokkanischer Jongleur wohnt, der gern und häufig sein T-Shirt auszieht.

Ich schätze mal, es gibt schlimmere Aussichten.

Sosehr ich La Cienega mit seinem Endlos-Stau auch hasse – der Boulevard ist nun mal der direkteste Weg durch L. A. Jeder Einheimische wird bestätigen, dass es für Autofahrer nur aufs richtige Timing ankommt. Wer um vierzehn Uhr startet, kommt binnen zwanzig Minuten praktisch überallhin. Wer wie alle anderen um siebzehn Uhr aufbricht, braucht für acht Kilometer eine geschlagene Stunde.

Gott sei Dank gehöre ich fast immer zu den Letzten, die das Büro verlassen.

Es klopft, ich schaue hoch und sehe, dass Daryl in all ihrer blonden blauäugigen Pracht am Türrahmen lehnt. Während ich die perfekte Mischung aus meinen beiden dunkelhaarigen, dunkeläugigen Elternteilen bin, ist Daryl Hannah Jordan ihrer Namensvetterin wie aus dem Gesicht geschnitten. Doch obwohl sie eher so aussieht, als wäre sie einfach irgendwann am Set von »Splash – Eine Jungfrau am Haken« angeschwemmt worden, ist sie in San Dimas aufgewachsen, in derselben Straße wie ich, drei Häuser weiter.

»Du hast seit einer Stunde Feierabend«, bemerkt sie.

»Ich will nur noch schnell den Artikel hier zu Ende lesen, bevor ich abhaue.« Ich mustere sie argwöhnisch. Noch vor ein paar Stunden war sie in Rock und schwindelerregend hohen High Heels unterwegs, jetzt trägt sie Krankenhaus-Uniform und Pferdeschwanz. »Du weißt doch, dass wir noch zu dieser Party bei Mike und Steph gehen, oder? Sag bitte, dass das, was du da anhast, dein Kostüm ist.«

Daryl fängt an, nervös herumzuhampeln, und bekundet wachsendes Interesse an einem unsichtbaren Fleck am Saum ihres Oberteils, und mir wird klar, dass ich reingelegt worden bin.

»Nein«, zische ich.

»Tut mir leid!« Sie lässt sich theatralisch in den Stuhl mir gegenüber fallen.

»Du Miststück. Du lässt mich im Stich?«

»Nicht absichtlich! Aber ich hatte vergessen, dass ich meinem Onkel versprochen habe, heute Abend einzuspringen. Warum hast du mich am Nachmittag nicht noch mal an die Party erinnert? Schließlich ist das dein Job in unserer Beziehung!«

Ich sinke in meinem Stuhl zusammen. Daryl hat während ihrer Collegezeit in der Schönheitsklinik ihres Onkels gejobbt und dabei den Angestelltenrabatt bis zur Neige ausgekostet. Sie ist umwerfend attraktiv – straffe Haut, perfekte Brüste und eine Oberschenkel-Lücke, durch die man problemlos fernsehen könnte. Aber sie wäre auch die Erste, die einräumen würde, dass sie einen Großteil dieser Schönheit den bahnbrechenden Leistungen der Wissenschaft verdankt – und ihrem Onkel Dr. Elias Jordan, seines Zeichens plastischer Chirurg. Daryl wird dieses Jahr dreißig, und neben ihrem Agentur-Job oben in der Abteilung TV-Drehbücher schiebt sie wieder ab und zu Schichten in der Klinik, um die Kosten für all das »Feintuning« der letzten Monate abzuarbeiten. Wie die meisten Menschen in dieser Stadt ist sie wild entschlossen, niemals älter zu werden.

Zum Glück braucht sie sich darum künftig keine Sorgen mehr zu machen, da ich ihr jetzt den Hals umdrehen werde.

»Das ist der Tiefpunkt meines ohnehin schon grotesk beschissenen Tages.« Ich werfe noch einen prüfenden Blick auf mein Handy, bevor ich es in die Handtasche werfe. »Sag mir doch bitte noch mal kurz, warum ich dich so liebe?«

»Du liebst mich, weil ich deinen endlosen detailverliebten Film-Ergüssen zuhöre und weil meine Lahmarschigkeit die ideale Ergänzung zu deinem Bedürfnis ist, ständig den Ton anzugeben.«

Ich hätte gern widersprochen, aber sie hatte zwei gute Gründe genannt. Ich war von klein auf besessen vom Kino; es liegt mir im Blut. Mein Dad war Elektriker bei Warner Bros., und meine Mom hat als Visagistin für fast jedes Studio gearbeitet. Mit acht Jahren rang ich meinen Eltern die Erlaubnis ab, nach der Schule zur nächstgelegenen Videothek (ja, ich bin alt) radeln zu dürfen, und überredete den mürrischen Geschäftsführer Larry dazu, mir kleine Jobs zu geben – dafür konnte ich mir dann kostenlos Videos ausleihen. Als ich in der elften Klasse war, ließ er sich endlich dazu breitschlagen, mich richtig zu bezahlen.

Ich bin viel in der Welt herumgekommen, aber L. A. ist und bleibt mein Zuhause. Das liegt nicht nur daran, dass meine Familie hier lebt. Nein, ich liebe einfach das Chaos, die Courage, die man hier braucht, und die ungeschriebenen Gesetze Hollywoods. Deshalb bin ich Schauspielagentin geworden. Ich wollte niemals selbst in einem Kinofilm mitwirken, aber ich habe immer davon geträumt, Teil des Entstehungsprozesses zu sein.

Und ich muss tatsächlich immer den Ton angeben. Auch da hat Daryl völlig recht.

»Na schön«, sage ich. »Aber das nächste Mal, wenn ein Kunde für mich ein grässliches Blind Date arrangiert, das ich nicht ablehnen kann, setzt du eine Evie-Maske auf und gehst an meiner Stelle.«

»Abgemacht.« Sie mustert mich und lächelt gequält. »Ich will ja kein Öl ins Feuer gießen, aber hast du dein Kostüm im Auto, oder verkleidest du dich als schlecht gelaunte, aber schicke Bänkerin?«

Ich habe schon den Mund geöffnet, um ihr zu erklären, wohin genau sie sich mein Kostüm stecken kann, als ich über ihre Schulter hinweg jemanden an der geöffneten Tür vorbeihuschen sehe.

»Amelia!«, rufe ich, und sie steckt ihren Kopf in mein Büro. »Was machst du heute Abend? Bitte, bitte sag, dass du nichts vorhast, Ms. Amelia Baker, mein absoluter Lieblingsmensch.«

»Ich hole Jay aus dem Sommercamp ab«, erwidert sie. »Und lungere den Rest des Abends im Pyjama auf der Couch und esse Ravioli aus der Dose.«

Ich lasse den Kopf auf die Tischplatte fallen.

Mein Arbeitsbereich ist die Spielfilm-Abteilung unserer Künstleragentur; ich vertrete Schauspielerinnen und Schauspieler im Bereich Kino. Amelia ist stellvertretende Personalchefin. Da sie früher mit dem Erwachsenwerden angefangen hat als die meisten anderen hier, ist sie außerdem stolze Mommy des weltweit klügsten und schönsten zwölfjährigen Jungen.

Ich bin jetzt wirklich am Verzweifeln. »Kannst du dir nicht vielleicht einen Babysitter besorgen?«

Amelia kommt ins Zimmer und setzt sich auf die Armlehne von Daryls Stuhl. Ihr Haar ist so kurz geschoren, dass man die Kopfhaut durchschimmern sehen kann. Ich wünschte, mir würde ein solcher Buzzcut stehen, was leider nie der Fall sein wird. Doch bei ihr betont der radikale Schnitt ihr strahlendes Lächeln, die ebenmäßige dunkle Haut und die atemberaubenden Wangenknochen.

»An einem Freitagabend?« Sie klingt, als ob sie gleich in schallendes Gelächter ausbricht. »Keine Chance. Warum?«

»Weil Daryl meine schlechteste und du meine beste Freundin bist?«

Jetzt lacht sie wirklich laut auf und gibt mir dadurch indirekt zu verstehen, dass ich aufgeben soll.

»Große Pläne?« Mit komplett unverhohlenem Sarkasmus fügt sie hinzu: »Ich rechne zwar nicht wirklich damit, dass du ein Date oder so was hast, aber du weißt ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.«

Ich setze mich aufrecht hin und deute mit einer dramatischen Geste auf Daryl. »Ich hatte eigentlich vor, mit der da auf eine Party zu gehen.«

»Das stimmt«, bestätigt Daryl schuldbewusst. »Aber ich hab's vergessen und Onkel Elias versprochen, seine Bücher durchzugehen.«

Amelia hebt tadelnd den rechten Zeigefinger. »Du lässt bitte nichts mehr an deinem Gesicht machen.«

Daryl tut diese Bemerkung sofort ab. Normalerweise kommentieren wir ihre Optimierungsmaßnahmen nicht – schließlich ist sie eine erwachsene Frau, sie will es nun mal, obwohl sie unserer Meinung nach bereits perfekt ist, und, nun ja, es geht uns ja im Grunde wirklich nichts an. Doch selbst ich muss zugeben, dass sie in letzter Zeit etwas ... übereifrig ist.

»Nur ein bisschen entstauben.« Sie wedelt abwehrend mit den Händen und wendet sich wieder mir zu. »Apropos Onkel Elias, ich muss jetzt los.«

»Ich werde mich dann wohl auch mal auf den Weg machen. Es bringt nichts, das Unvermeidliche aufzuschieben.« Als ich mich anschicke, ein paar Unterlagen in meine Tasche zu packen, fällt mir wieder ein, was ich gerade gelesen habe. »Hey, ganz schnell: Hat eine von euch den Artikel über Brad in Variety gesehen?« Ich senke die Stimme und lasse den Blick über den Teil des menschenleeren Büros schweifen, den ich von hier aus überschauen kann. »Moment mal, ist er etwa noch hier?«

Amelia geht zur Tür und späht über den Flur zum Büro von Brad Kingman, seines Zeichens Vice President von Price & Dickle, Chef der Spielfilm-Abteilung und ein Riesenarschloch. Sie kommt zurück und schüttelt den Kopf. »Ich glaube, nur wir und Dudley sind noch im Haus.«

Ich deute auf meinen Computer-Monitor, und die beiden drängen sich hinter mich, um zu lesen. »Es geht nicht direkt um ihn.« Ich deute auf den betreffenden Artikel. »Hier wird nur erwähnt, dass er beim Dinner mit Gabe Vestes gesehen wurde.« Gabe ist ein Filmstar – und absoluter APromi –, der bei unserem schärfsten Konkurrenten CT Management unter Vertrag ist. Schon seltsam: Jeder weiß, dass Brad und Gabe einander spinnefeind sind, aber keiner kennt den Grund.

Daryl richtet sich enttäuscht auf. »Das ist alles? Ich dachte, du hast was Schmutziges, Skandalöses entdeckt.«

Ich knurre sie ungnädig an und konzentriere mich wieder auf den Artikel. Sie mag ja der Ansicht sein, dass dieses Treffen nichts weiter zu bedeuten hat, aber das beruhigt mich nicht; ein Verdacht nagt an mir.

»Vielleicht haben sie ja ihren mysteriösen Streit beigelegt«, gibt Amelia zu bedenken.

»Hm.« Ich bin nicht überzeugt. »Ich glaube nicht, dass Brad jemals versöhnlich drauf ist, es sei denn, es geht um Geld.«

»Dann denk mal weiter da drauf rum, Nancy Drew«, sagt Amelia. »Aber ich muss jetzt los, Jay wartet.« Sie wendet sich zum Gehen, bleibt aber kurz vor der Tür noch mal stehen. »Ach, bevor ich es vergesse, ich habe heute ein Memo auf den Tisch bekommen, vermutlich kriegst du die entsprechende Mail noch diese Woche, Evie: Brad verschiebt euer diesjähriges Teambildungsseminar in Big Bear, du kannst den Termin also vorerst aus deinem Kalender streichen.«

»Er verschiebt das Seminar? Hat er gesagt, warum?« Bei mir schrillen jetzt sämtliche Alarmglocken. Das Teambildungs-Meeting der Spielfilm-Abteilung in Big Bear findet seit Menschengedenken um dieselbe Zeit im November statt.

»Nein, er hat keinen Grund genannt«, erklärt Amelia. »Ich weiß nur, dass sie auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Und du bist bestimmt die Letzte, die sich darüber beschwert, dass sie darum herumkommt, mit dem Typ ein komplettes Wochenende im Wald verbringen zu müssen.«

Wenn man in meinem Alter ist und allein in einem Apartmentkomplex mit Haupteingang, endlosen Fluren und winzigen Summern neben den Türen lebt, vergisst man gern diese schleichende Hoffnungslosigkeit, die einen ereilt, wenn man sich einem echten Haus nähert. Einem Haus mit Veranda, rustikaler Holztür und einem Türklopfer, der durch seine Form schon einiges über die Bewohner verrät.

Ein eiserner Drachen.

Eine Messingrose.

Oder vielleicht ein Gargoyle aus Kupfer.

Ich starre auf den dekorativ angelaufenen Engel an Stephs und Mikes Haustür und bin plötzlich sehr viel unzufriedener mit meinem Leben als noch vor ein paar Stunden. Die beiden sind sechs Jahre jünger als ich und schon Türklopfer-Menschen. Haustür-Menschen. Hausbesitzer.

Ich kann mich nicht zu einem Netflix-Jahresabo durchringen, und mir gehört nicht mal das Auto, das ich zwei Blocks weiter geparkt habe. Für eine Erwachsene lasse ich definitiv einiges zu wünschen übrig.

Ich werfe einen kritischen Blick auf meinen schwarzen Bademantel, die burgunderrot-gelb gestreifte Krawatte und den Zauberstab in meiner rechten Hand und frage mich, warum um alles in der Welt ich mich dazu habe breitschlagen lassen. Ich bin dreiunddreißig Jahre alt und gehe als Hermine Granger zu einer Kostümparty.

Lieber Gott, Evie.

Verfluchte Daryl.

Lassen Sie sich gesagt sein, dass es einigen Mutes bedarf, hier allein aufzuschlagen, noch dazu gekleidet wie eine Hogwarts-Schülerin im Teenie-Alter. Da ist diese instinktive Panik, diese von Bridget Jones' »Flittchen und Pfarrer«-Mottoparty-Panne inspirierte Furcht, dass die Tür sich gleich öffnet, alle Anwesenden mich fassungslos anstarren und Steph mitfühlend-peinlich-berührt flüstert. Hast du denn die E-Mail nicht bekommen, dass wir die Idee mit den Kostümen verworfen haben?

Wenn Daryl mitgekommen wäre, hätte das sogar ganz lustig werden können; wir hätten uns zusammen betrinken und einander scherzhaft unter die Nase reiben können, dass wir an einem Freitagabend ausgerechnet hier gelandet waren. Aber allein? Eher nicht. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass das »Komm, wie du bist«Motto weiterhin Gültigkeit hat, denn ein Mädchen, das einen Zeitumkehrer braucht, um jeden Tag alles Erforderliche erledigt zu kriegen, ist das perfekte Alter Ego für eine alleinstehende Frau, die in Hollywood arbeitet.

Ich hebe den Klopfer mühsam an, mit beiden Händen. Er ist überraschend schwer.

Als ich ihn loslasse, verursacht er nicht das sanfte dumpfe Geräusch, mit dem ich gerechnet habe, sondern knallt mit einem ohrenbetäubenden metallischen Scheppern gegen das Holz. Der Krach hallt durch den winzigen ummauerten Vorgarten, und für eine Schrecksekunde vibrieren die gewaltigen Engelsflügel in ihren Scharnieren, als ob sie gleich zu Boden fallen würden.

Ich springe erschrocken zurück und bemerke dabei die stinknormale Klingel an der Hauswand: sauber, unübersehbar und augenscheinlich absolut funktionstüchtig.

Also ... kein Türklopfer.

Die Tür wird aufgerissen, und ohrenbetäubendes Gelächter dringt nach draußen. So, wie alle mich anstarren, haben sie vermutlich den Heidenlärm, den ich gerade verursacht habe, vernommen. Steph kommt raus, begleitet von einem Schwall ihres Prada-Parfums, und bringt mit anmutiger, makellos manikürter Hand den Engel zum Schweigen, bei dem es sich, wie ich im Nachhinein feststelle, ganz offensichtlich lediglich um eine metallene Türdekoration handelt.

»Evie ist hier!« Sie umarmt mich. »Du bist gekommen!«

Ich mag Steph. Wir haben mal zusammen in der Alterman Agency gearbeitet, ich als junge frischgebackene Agentin, sie als Praktikantin. Sie ist immer noch dort, inzwischen als vollwertige Agentin, und hat bis zum heutigen Tag die Ehre, von all meinen – ehemaligen wie aktuellen – Kollegen diejenige zu sein, die ich am seltensten erwürgen wollte. Sie ist warmherzig, sie ist versiert ... doch sobald ich eintrete, werde ich wieder daran erinnert, wie verzweifelt sie an ihrer Teenager-Ästhetik festhält, obwohl sie mittlerweile bis über beide Ohren in den Zwanzigern steckt. Zum Beispiel: ihr Kostüm. Ich bin ziemlich sicher, dass sie sich als Miley Cyrus der »Wrecking Ball«-Ära verkleidet hat; mit bauchfreiem weißen Tanktop, weißem Bikinihöschen und Stiefeln. Außerdem entdecke ich auf einem Ecktisch ein kunstvolles Arrangement aus Red-Bull-Dosen plus eine Auswahl angesagter Wodka-Marken.

(Continues…)


Excerpted from "Dating You, hating you – Hoffnungslos verliebt"
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Copyright © 2017 Christina Hobbs und Lauren Billings.
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