Beunruhigende Befunde in der Schwangerschaft: Ein Ratgeber zur Pränataldiagnostik

Beunruhigende Befunde in der Schwangerschaft: Ein Ratgeber zur Pränataldiagnostik

by Roswitha Schwab, Ulrich Walburg

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Overview

Ein Ratgeber zur Pränataldiagnostik Schwanger ab 35 – Ein Risiko? Werdende Mütter ab 35 zählen aus medizinischer Sicht zu den Risikoschwangerschaften – die Freude aufs Baby wird getrübt durch die Sorge um die Gesundheit des ungeborenen Kindes. Die Sozialpädagoginnen Ulrike Walburg und Roswitha Schwab beraten seit mehr als 10 Jahren Frauen, die mit beunruhigenden Befunden in der Schwangerschaft konfrontiert werden und kennen ihre Ängste. In ihrem umfassenden Ratgeber gehen sie der Frage nach den Vor- und Nachteilen der Pränataldiagnostik nach.

Product Details

ISBN-13: 9783641036560
Publisher: Irisiana
Publication date: 06/25/2010
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 258
File size: 609 KB

Read an Excerpt

Während der Wochen und Monate einer Schwangerschaft können die unterschiedlichsten Gefühle überraschend intensiv und scheinbar gegensätzliche Stimmungen sogar gleichzeitig erfahren werden. Viele Frauen erleben diese Gefühlsintensität als ein wunderbares Geschenk, denn jetzt werden so manche Angelegenheiten des Alltags unter völlig neuen Gesichtspunkten empfunden und bewertet. An einem Punkt allerdings trägt das stärkere Erleben der Gefühle nicht immer nur zum Wohlbefinden bei: um die Pränataldiagnostik können sich viele Fragen und Emotionen entzünden, steht sie doch wie eine Art Brennpunkt zwischen medizinischen und ethischen Standpunkten.
Fortschritte in der Medizin, die ständige Entwicklung neuer Methoden und Geräte und die daraus folgende Entwicklung immer neuer Vorsorgeangebote führen zu einer Verunsicherung aller, die sich in den einzelnen medizinischen Fachbereichen kundig machen wollen. Die Pränataldiagnostik als Teil der Schwangerenvorsorge stellt werdende Eltern immer wieder vor viele offene Fragen: Bekommen wir ein gesundes Baby? Was können wir tun, damit die Schwangerschaft harmonisch verläuft? Welche Maßnahmen zur Geburtsvorsorge können und sollten wir in Anspruch nehmen? Der Wunsch nach einem gesunden Kind und das Bestreben, in der Schwangerschaft nichts falsch zu machen, führen die Schwangere zwangsläufig in das Karussell aus Freude, Unsicherheit und Erkenntnissuche. Kommt dann noch ein Verdacht auf eine vielleicht nicht ganz normal verlaufende Schwangerschaft hinzu, wird bald fieberhaft nach allen Möglichkeiten gesucht, um den bestmöglichen Weg für Kind und Eltern zu finden.
Die Pränataldiagnostik mit all ihren vielfältigen Methoden hilft bei der gezielten Suche nach Erkrankungen und Behinderungen und leistet während der Schwangerschaft wertvolle Dienste bei der Diagnose von fetalen Fehlbildungen und Erkrankungen. Allerdings stellt sich hier stets die Frage nach dem richtigen Maß und der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Welche Methoden sind im Einzelfall die richtigen? Welche Schädigungen und Risiken können durch den Einsatz welcher Methoden auftreten?
Der Blick ins Gebärmutterinnere bei der Ultraschalluntersuchung wird meist mit Interesse und fasziniertem Staunen verfolgt. Manchmal mischt sich unter diese Neugierde aber auch ein ungutes Gefühl, und manche Frauen empfinden es sogar als Anmaßung, wenn dieses winzige Wesen in ihnen vermessen wird, um beispielsweise Nasenbeinanlage, Scheitel-Steiß-Länge oder die Länge des Oberschenkelknochens festzuhalten. Und natürlich hoffen alle Frauen, dass ihr Arzt nichts Auffälliges oder Unangenehmes feststellt.
In jeder Phase der Schwangerschaft kann irgendetwas Spezielles einen medizinischen Verdacht erregen, denn die normgerechte Entwicklung, so wie sie im Mutterpass vermerkt wird, entspricht nicht immer jedem Kind. Am Anfang ist es der Umriss, der genau angesehen und verglichen wird. In der Mitte der Schwangerschaft kann es die Suche nach Auffälligkeiten in den Organen sein. Wird anhand der Messdaten das Gewicht des Kindes ermittelt, und entspricht es nicht der Norm, gibt es wieder neue Ängste. Auch eine lapidare Mitteilung wie: »Der Kopf ist aber groß« oder: »Das Kind ist etwas zu klein«, können die Schwangerschaft überschatten und sogar die Geburt ungünstig beeinflussen und auch darüber hinaus noch lange nachwirken. Zu Ihrer Beruhigung möchten wir Ihnen schon an dieser Stelle sagen, dass in der Regel viele beunruhigende Befunde oder vage, grenzwertige Einschätzungen wie die oben erwähnten wieder verschwinden beziehungsweise auf die Gesundheit Ihres Kindes keinen Einfluss haben.
Wenn sich aber ein Verdacht erhärtet, nutzen Eltern alle medizinischen Möglichkeiten, um mehr zu erfahren. Weitere Untersuchungsergebnisse sollen die Grundlage für schwerwiegende Entscheidungen geben. Eltern wollen dann alles über die Gesundheit oder Krankheit ihres Kindes wissen und verstehen, was es für ihr Kind, aber auch für ihr eigenes Leben bedeuten könnte.
Auch wenn für ein solches Kind in der Schwangerschaft nur in den wenigsten Fällen Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen bestehen, so wollen Eltern doch nichts von dem versäumen, was getan werden kann. Oder sie wollen den Vorteil einer rechtzeitigen Information nutzen, um sich auf ihr Kind besser vorbereiten zu können und ihm einen guten Start zu geben. Erfahren die Eltern Genaueres über eine auffällige und für sie zu stark belastende Diagnose, können sie sich auch für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.
Auf all diese Möglichkeiten werden wir in unserem Buch eingehen. Wir wollen Ihnen als werdenden Eltern helfen, einen Pfad aus dem Dschungel der Angebote zu finden, damit Sie den für Sie richtigen Weg gehen können. Wir stellen Ihnen die medizinischen Angebote vor, legen Ihnen Risiken und Nutzen dar und möchten Ihnen auf diese Weise mögliche Entscheidungswege in der schwierigen Lebenssituation nach der Diagnose »auffälliger Befunde« aufzeigen. Unsere über Jahrzehnte gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich der Geburtsvorbereitung, Schwangerenberatung und psychosozialen Beratung vor, während und nach der Pränataldiagnostik bilden dabei die Basis.
Den schwangeren Leserinnen wünschen wir einen guten und sorgenfreien Verlauf der Schwangerschaft und ein gesundes Kind. Wir möchten Sie mit unserem Ratgeber in jedem Fall begleiten und unterstützen, nicht zuletzt auch dann, wenn sich bei Ihnen Komplikationen ergeben. Mit unseren Tipps und Hinweisen geben wir Ihnen Hilfestellungen an die Hand und wollen Ihnen vor allem Mut machen für Ihren weiteren Weg.
Ihre Roswitha Schwab und Ulrike Walburg

Schwangerschaft und Schwangerenvorsorge

Schwangerschaft und Geburt weisen auf den Ursprung der Menschheit hin. Sie sind etwas sehr Großes, ein Wunder und Mysterium - und zugleich die normalste Sache der Welt. Stets werden sie individuell erfahren und erlebt. Die eigene Schwangerschaft weckt auch ein besonderes Interesse an der eigenen Geburt. Es ist faszinierend, nun am eigenen Körper zu erleben, wie Frauen seit Menschengedenken von der Natur so ausgestattet wurden, dass sie Kinder in sich entwickeln und gebären können. Frauen werden in der Schwangerschaft mit urweiblichen Kräften konfrontiert. Sie stehen damit in der Tradition der Mütter und Großmütter und können sich auf diese Weise ganz neu mit ihnen verbunden fühlen.
Im Blick auf die Gesellschaft zeigt sich, wie sich Schwangerschaft und Geburt mit der jeweils geltenden Moralvorstellung, den gesellschaftlich anerkannten Werten und auch den medizinischen Möglichkeiten über die Jahrhunderte verändert hat und weiter verändert. So ist die Geschichte der Geburten in einer Familie nicht nur ein individuelles Geschehen, sondern auch ein Spiegel des gesellschaftlichen Wandels. Die Art und Weise, wie Schwangerschaft und Geburt verlaufen und erlebt werden, hat sich mit den Generationen verändert. Die psychischen und sozialen Aspekte haben sich der jeweiligen Zeit angepasst, während die körperlichen Vorraussetzungen einer Frau für eine Schwangerschaft beständig und konstant geblieben sind.


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